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2. Bauabschnitt der weltgrößten
Steinschleuder
Erstes Teil der weltgrößten
Steinschleuder steht
Schon jetzt eine imposante Höhe – in Bäbelin wurde
das erste Teil der weltgrößten Steinschleuder aufgestellt.
Dank einer abenteuerlichen Spedition aus Kühlungsborn.
Eine
Anspannung wie beim besten Samstagabendkrimi auf dem Hof der Familie
Burmeister in Bäbelin bei Neukloster. Werden die Seile halten?
Trägt der Kran das Gewicht? Passt alles, so wie Arnhold Burmeister
es ausgerechnet hat? Fehler könnten tödliche Folgen haben
….
Geschätzte vier bis viereinhalb Tonnen Holz hingen an zwei Stahlseilen
und dem Kran eines Kranwagens. Normalerweise laden Kraftfahrer Andreas
Hexel und Sven Schaffer von der Spedition Reiss aus Kühlungsborn
mit dem Kran beispielsweise Baustoffe oder Container ein und aus.
Am Wochenende
hing dort das erste Dreieck der Bäbeliner Steinschleuder (auch
Bliede oder Trebuchet). Es soll die weltgrößte Steinschleuder
werden und Menschen aus der ganzen Welt ins Dorf locken.
Auf dem Boden wurde das Gerüst aus Eichenholz zusammengesteckt,
um dann mit Maschinenkraft aufgerichtet zu werde. Ob alles klappt,
ob es so funktioniert, wie Bliedenbauer Arnhold Burmeister und sein
Sohn Markus es ausgerechnet hatten, stand noch in den Sternen. „Deswegen
haben wir dieses Ereignis auch nicht an die große Glocke gehängt,
es hätte auch schief gehen können“, so Arnhold Burmeister.
Ging es aber nicht, zum Glück. Auch wenn es spannend war und
eine Stunde lang blieb. Mit großen Gummihämmern vom Jahrmarktspiel
„Hau den Lukas“ und viel Schweiß mussten die Zapfen,
die das Holzdreieck mit dem Unterbau verbanden, in die vorgesehenen
Löcher eingepasst werden. Millimeterarbeit bei riesigen Abmessungen.
Das Dreieck ist elf Meter hoch, die ganze Steinschleuder soll 23,80
Meter hoch werden und damit die Steinschleudern, die derzeit als größte
Maschinen der Art weltweit gelten, um mehr als fünf Meter überragen.
Aufatmen nach einer Stunde harter Arbeit. Das erste Dreieck steht.
„Im Winter wollen wir das nächste Dreieck aufstellen, dann
fehlt nur noch der Wurfarm mit Wurfkasten“, erklärt Arnhold
Burmeister. Im Oktober 2009 könnte sie dann ihren ersten Schuss
tun, wenn alles so klappt, wie die Bliedenbauer es sich vorstellen.
„Wir hatten kein Muffensausen“, lachte Andreas Hexel.
Mit viel Gefühl und einer Fernbedienung setzte er den Kran und
das Holz in Bewegung und vertraute der Technik und seinem Können
voll.
Im Mittelalter, wusste Arnhold Burmeister aus der Fachliteratur, war
das Bliedenbauen wesentlich schwerer. Dass, was nun Kran, große
Traktoren und starke Motoren erledigten, konnten nur Menschen, Umlenkrollen
und Physik. Arnhold Burmeister: „Wir hätten es auch gerne
authentisch mit Spill und vielen Helfern gemacht, aber bei diesen
Kräfteverhältnissen wäre das zu gefährlich, weil
unberechenbar.“ Aus diesem Grund erreichten die mittelalterlichen
Steinschleudern nie mehr als eine Höhe von 15 oder 18 Metern.
Familie Burmeister will mit ihrem, wie sie selbst sagen sehr verrückten,
Bau höher hinaus. Auch um einen wortwörtlichen Höhepunkt
in Nordwestmecklenburg zu schaffen.
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