Wie Mikado in XXL sieht es auf dem hinteren Teil des Mittelalterhofes
der Familie Burmeister in Bäbelin aus. Holzbalken stapelt sich
auf Holzbalken, jeder ist aus edler Eiche und bis zu 2,5 Tonnen
schwer. Dazwischen riesige Steine, ein paar Schnüre zum Abmessen,
ein Radlader und eine - zugegebenermaßen leicht verrückte
– Idee. Aus allem wird in den nächsten Monaten die weltgrößte
Steinschleuder.

„Dagegen wird diese aussehen wie ein Spielzeug“, lacht
Arnhold Burmeister und steht vor der derzeit größten
Bliede des Hofes. Eigentlich schon beachtlich mit ihren elf Metern
Höhe. „Die größte Steinschleuder Norddeutschlands“,
so Arnhold Burmeister. Die ihm bekannteste weltgrößte
ist 18 Meter hoch und steht im Dänischen Nykøping F.
„Das wollen wir überbieten“, lacht Bliedenbaumeister
Arnhold, „und zwar nicht nur mit einem Meter.“ 23,80
Meter hoch wird seine Bliede, die nach historischen Vorbildern und
natürlich den Erfahrungen der „Kleinen“ auf dem
Hof entsteht. Doppelt so hoch wie die, mit der jetzt zu den Mittelalterfesten
auf dem Hof geschossen wird. Immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis,
wenn der gespannte Wurfarm sich langsam in Bewegung setzt, dank
Gewichtskasten schneller wird und so die Kugel beschleunigt. Wie
wird es erst aussehen, wenn die Große schießt?
Mit 50 Kilogramm schweren Kugeln soll sie schießen, „sie
könnte auch 100 Kilo schießen, aber wer holt dann die
Kugeln wieder?“ Bis dahin ist noch viel zu tun. Der Untergrund
wurde mit viel Schutt und Erde begradigt und verdichtet. Acht von
zehn Lagersteinen stehen schon an Ort und Stelle. Darauf ruhen die
ersten Balken
des
Unterbaus. Mit dem Radlader hat Marcus Burmeister (25) die großen
Stämme an Ort und Stelle bewegt. Die meisten der Stämme,
aus denen die beiden Dreieckecke entstehen sollen, sind aus dem
Sägewerk und fertig getrocknet. „Sechs Stämme brauchen
wir noch“, appelliert Arnhold Burmeister an die Waldbesitzer
und hofft auf deren Unterstützung bei dem Projekt. Wichtiger
als das Holz ist derzeit noch ein großer Kran. „Die
Dreiecke müssen aufgestellt werden“, erklärt Arnhold
Burmeister den nächsten Schritt des Mammutbauprojekts. „10
bis 15 Tonnen müsste der heben können, wir hoffen auf
einen Sponsor für dieses medienwirksame Ereignis.“
Die
NDR-Kamerateams und Journalisten sind schon in „Lauererstellung“.
Und auch die OZ wird natürlich vor Ort sein.
Kosten darf der Bau eigentlich fast nichts, außer vielleicht
ein paar Socken von den hofeigenen Schafen und die Ehre für
den Spender, regelmäßig selbst am auslösenden Seil
ziehen zu dürfen. „Wir bauen das nicht mit Steuergeldern“,
betont Arnhold Burmeister. Es gibt (noch) keine Fördermittel
für das vermutlich mal imposanteste Wahrzeichen der Region,
wenn auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus persönlich
seine Unterstützung für das Projekt zugesagt hat. Arnhold
Burmeister: „Derzeit fahren die Mittelalterfans aus ganz Europa
mindestens einmal nach Nykøping F. in Dänemark, zukünftig
werden sie nach Bäbelin in Mecklenburg-Vorpommern fahren.“
Mehr Infos und Bilder: www.wollmanufakt.de, Kontakt:
Tel./Fax: 038429/45 32, Mobil: 0172/ 32 75 008. Gesucht werden auch
Handwerker, die nach dem Prinzip „Hand gegen Brot“ mitmachen.
Ein paar Eckdaten:
 |
"Alte" Steinschleuder |
Neue Steinschleuder |
| Höhe |
11 Meter |
23,80 Meter |
| Achshöhe |
5 Meter |
9 Meter |
| Gewichtskasten |
5 Tonnen |
geschätzt: 8 Tonnen |
| sinnvolles Gewicht der Geschosse |
20 kg |
50 kg |
| sinnvolle Flugweite (dann ist Grundstück fast zu Ende
...) |
165 Meter |
165 Meter |
mögliche Weite (rein rechnerisch ...)
|
250 Meter bei einem Gegengewicht von 10 Tonnen und einem Geschossgewicht
von 100 kg |
500 Meter bei einem Gegengewicht von 16 Tonnen und einem Geschossgewicht
von 500 kg |
| Holzverbrauch |
20 Festmeter |
50 Festmeter |
| Gesamtgewicht |
18 Tonnen |
40 Tonnen |
| Grundfläche |
ca. 8 x 10 m |
ca. 11 x 16 m |
| mittlere Balkengröße |
20 x 20 cm |
35 x 35 cm |
| Wellendurchmesser |
Holz 40 cm |
Stahl 15 cm |
(Die Daten sind zum Teil geschätzt/ errechnet ...)





