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Falls Sie sich gerade fragen: "Was ist eine Bliede?" - Lesen Sie weiter (sonst bitte auch). Wikipedia erklärt das so [Auszug]:
Das Trébuchet, auch Tribok oder Bli(e)de genannt, war die größte und präziseste Wurfwaffe unter den mittelalterlichen Belagerungsmaschinen.
Ein Trebuchet funktioniert nach dem Hebelarmprinzip, bei dem ein Gegengewicht auf der kurzen Armseite für die notwendige Beschleunigung der langen Armseite sorgt. Zusätzlich ist am Ende der langen Armseite eine Schlinge angebracht in der sich das Geschoss befindet. Die Rotation des Wurfarmes und der Schlinge sorgen für eine starke Beschleunigung des Geschosses, worin sich auch die enorme Reichweite der Trebuchets begründet.
Hört sich spannend an, oder? Der Grundstein für unsere erste Bliede wurde auf einem langweiligen Mittelaltermarkt gelegt. Und viel Met später wurde die Idee geboren, selbst eine große Bliede zu bauen.
Monatelang wurden Pläne studiert und hin und her gesendet. Holz eingeschlagen (nach Mondphase) und transportiert. Der Grundstein wurde gelegt.
Der Bau der Bliede
Am 7. Februar des Jahres 2005 war es endlich so weit. Da s Bauen konnte beginnen.
Für den Bau wurden 25 Raummeter Eichenholz, ein Eschenstamm für den Wurfarm, 6 tapfere Recken, mehrer Waschladungen Wechselwäsche (sehr, sehr schlechtes Wetter) und jede Menge Met und Odin benötigt.
Knut hatte einen Plan und nach 6 Tagen staunte jeder, dass wirklich ein Bliede und nicht ein Fachwerkhaus oder Glockenturm entstanden ist. Am 12. Februar war die Bliede soweit fertig, es konnte auch schon mal geschossen werden, aber dann kam der Winter erst mal.
Der erste Schuss
Am 09. April 2005 war es endlich soweit, Freunde, Fernsehen und Presse wurde geladen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, die Seile hielten nicht so wie gedacht, klappte es dann. 122 Meter weit flog die 20 kg schwere Betonkugel. Der Gegengewichtskasten war aber nur halbvoll mit Sand. Bis 150 m haben wir dort noch Platz auf der Schafkoppel. (gut, dass wir in Physik aufgepasst hatten)
Warum nur eine, wenn man viele haben kann....
Da die große Bliede nicht zu transportieren ist, haben
wir einfach ein paar kleinere Wurfmaschinen gebaut, die wir auf Mittelalterveranstaltungen
oder auch Kindergeburtstage mitnehmen. Als Geschosse dienen natürlich
nicht Steine, ist ja wohl klar. Da nehmen wir am liebsten Wasserbomben.
Abends werfen wir mit Feuerkugeln. Neu hinzugekommen ist eine römische
Balliste.
Inzwischen entsteht auf unserem Hof die
weltgrößte Steinschleuder.
In dieser Fotogalerie sehen Sie Bilder vom Bau und von unseren Maschinen in Aktion. |